Während des Ramadan erlebt die Hospitality-Branche in Ägypten einen deutlichen Anstieg der Aktivitäten. Hotels, Restaurants und Catering-Unternehmen bereiten sich auf höhere Gästezahlen vor, insbesondere während des Iftar und bei Abendveranstaltungen.
Dieser Anstieg führt zu einer hohen Nachfrage nach Hospitality-Studierenden, die bereits ausgebildet und auf die Arbeit in professionellen Umgebungen vorbereitet sind.
Vom Studierenden zum Teammitglied
In diesem Umfeld werden Hospitality-Studierende nicht als Beobachter betrachtet. Sie werden Teil des Betriebs.
Studierende mit entsprechender Ausbildung bringen ein Maß an Vorbereitung mit, auf das Hotels angewiesen sind. Sie wissen, wie man auf Gäste zugeht, wie man sich innerhalb eines Servicesystems bewegt und wie man die Struktur eines professionellen Umfelds einhält.
Während des Ramadan macht das einen deutlichen Unterschied. Anstatt Zeit mit der Erklärung grundlegender Aufgaben zu verbringen, können Teams darauf vertrauen, dass Studierende:
- Selbstbewusst Serviceaufgaben übernehmen
- Buffetabläufe in Stoßzeiten unterstützen
- Standards auch bei steigendem Tempo einhalten
In vielen Hotels arbeiten Studierende während des Iftar-Service Seite an Seite mit erfahrenen Mitarbeitenden – sie tragen Tabletts, begleiten Gäste und bereiten Tische vor – und tragen so leise zu einem reibungslosen Ablauf bei, der vom ersten Moment des Sonnenuntergangs an funktionieren muss.
Die Herausforderung der Zeit
Was den Ramadan besonders anspruchsvoll macht, ist nicht nur die Anzahl der Gäste, sondern auch das Timing.
Der Iftar findet jeden Tag zu einem festen Zeitpunkt statt. Gäste treffen oft innerhalb von 15 bis 20 Minuten ein, was einen plötzlichen Ansturm verursacht, der sofortige Koordination erfordert. Es gibt keinen schrittweisen Aufbau – der Service beginnt direkt mit voller Geschwindigkeit.
Für ungeschulte Personen kann dies überwältigend sein. Für Hospitality-Studierende ist es jedoch eine Situation, auf die sie vorbereitet sind.
Sie lernen:
- Organisiert zu bleiben, wenn mehrere Aufgaben gleichzeitig anfallen
- Schnell Prioritäten zu setzen, ohne den Fokus zu verlieren
- Auch unter Druck ruhig und professionell zu bleiben
Dies sind keine abstrakten Fähigkeiten. Sie werden durch Praxis entwickelt, und der Ramadan ist der Moment, in dem sie unter realen Bedingungen geprüft werden.
Lernen über das Klassenzimmer hinaus
Die Arbeit während des Ramadan hat auch eine persönliche Seite, die Studierende auf andere Weise prägt.
Lange Schichten, späte Arbeitszeiten und oft auch das Fasten während der Arbeit erfordern Disziplin, die über fachliche Fähigkeiten hinausgeht. Studierende lernen, konstant zu bleiben, auch wenn sie müde sind. Sie lernen, ihr Team zu unterstützen, geduldig mit Gästen umzugehen und ihre Energie über den gesamten Abend hinweg zu halten.
Gerade in diesen Momenten – wenn das Tempo hoch und die Anforderungen groß sind – beginnt echtes Selbstvertrauen zu wachsen.
Viele erfahrene Fachkräfte im Gastgewerbe sagen, dass ihre wichtigsten Lernmomente nicht in ruhigen Situationen stattfanden, sondern in Hochphasen. Der Ramadan bietet genau diese Umgebung.

Ein Einstieg in die Branche
Für Hotels ist der Ramadan nicht nur eine Phase hoher Nachfrage, sondern auch eine Gelegenheit, zukünftige Talente zu erkennen.
Manager beobachten genau, wie sich Studierende in dieser Zeit verhalten. Wer Zuverlässigkeit, Professionalität und Anpassungsfähigkeit zeigt, bleibt oft auch nach der Saison in Erinnerung.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass Studierende, die während des Ramadan überzeugen, Angebote erhalten wie:
- Eine Sommerstelle
- Eine Teilzeitposition
- Oder sogar eine Festanstellung nach dem Abschluss
So wird der Ramadan zu mehr als nur einem arbeitsreichen Monat – er wird zu einem Sprungbrett in die Branche.
Wo Ausbildung auf reale Anforderungen trifft
Für Studierende der German Hotel School zeigt diese Zeit deutlich, wie eng Ausbildung mit der Realität der Hospitality-Branche verbunden ist.
Die im Training erlernten Fähigkeiten – Serviceabläufe, Kommunikation, Organisation – sind nicht theoretisch. Sie werden direkt in Umgebungen angewendet, in denen hohe Erwartungen bestehen und Ergebnisse zählen.
Studierende beginnen, sich nicht nur als Lernende, sondern als aktive Mitwirkende zu sehen.
Eine Rolle mit echter Verantwortung
Während des Ramadan stehen Hospitality-Studierende nicht am Rand. Sie sind Teil des Systems, das es Hotels ermöglicht, während einer der wichtigsten Zeiten des Jahres zu funktionieren.
Ihre Präsenz unterstützt Teams, stärkt Abläufe und trägt dazu bei, den Service auf dem Niveau zu halten, das Gäste erwarten.
Dabei erkennen sie etwas Wesentliches über die Hospitality-Branche: Es geht nicht nur um Wissen, sondern darum, präsent zu sein, sich anzupassen und Leistung zu erbringen – besonders dann, wenn es darauf ankommt.

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